Legasthenie / LRS
Was ist Legasthenie?
Pädagogische Definition:
" Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine
Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen
anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Daduch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder
Rechnens." Dr. Astrid Kopp Duller
Legasthenie, auch spezielle Lese-Rechtschreibschwäche genannt, ist zu einem großen Teil biogenetisch bedingt. Neuste
Forschungen haben auf den Chromosomen 1,2,3,6,15 und 18 Bereiche identifiziert, die die Lese- und Rechtschreibfähigkeit
beeinflussen. Durch diese biogenetischen Anlagen entstehen differente Sinneswahrnehmungen, welche zu Wahrnehmungsfehlern führen, die die Probleme von legasthenen Menschen beim Erlernen des Schreibens, Lesens und/oder Rechnens verursachen.
Was ist der Unterschied zwischen Legasthenie und LRS
(Lese-Rechtschreibschwäche)?
Wie gesagt, ist die Legasthenie eine biogenetische Anlage und besteht somit ein Leben lang. Nur durch spezielles Training
können Fortschritte erzielt werden.
Erkennungsmerkmale:
Viele Rechtschreibfehler meist bei "leichten" Wörtern, schwierige Wörter werden meist mühelos geschrieben,
Differenzierte Fehlersymptomatik wie Buchstabenauslassungen, Dehnungsfehler (geen statt gehen), Schärfungsfehler
(esen statt essen), Vertauschungen von z.B. harten und weichen Konsonanten (Gind statt Kind), Groß und Kleinschreibung,
im gleichen Text unterschiedliche Schreibweise eines Wortes (spugen, spukken, sbucken, spucken...), das Training an den
Fehlern alleine genügt nicht.
Die Lese-Rechtschreibschwäche ist eine erworbene, meistens vorübergehende Problematik, die durch besondere Umstände im Leben
eines Kindes bedingt und erworben sein kann.
Erkennungsmerkmale:
Viele Rechtschreibfehler, die sich nicht in Kategorien einteilen lassen. So wird z.B. ein Wort in einem Text immer gleich falsch geschrieben. Durch ein gezieltes Training an den Fehlern und der Verbesserung des
Regelwissens werden gute Erfolge erzielt.
Berühmte Legastheniker:
Leonardo da Vinci, Charles Darwin, Winston Churchill, Walt Disney, Albert Einstein, Henry Ford,
Whoopi Goldberg
Sollten Sie bei Ihrem Kind eine Legasthenie vermuten, können Sie sich hier einen Fragebogen herunterladen und ausdrucken. Natürlich ist dieser Fragebogen kein Ersatz für eine ausführliche und individuelle Testung Ihres Kindes.
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